Pflanzenöl:

Viele Pflanzen lagern in ihren Samen und Früchten Öle als Energiereserven ein, die dem jungen Keimling später als Nahrung dienen. Aus diesen Samen und den gesamten Fruchtständen lassen sich durch Pressen (kaltgepresst), Heißextraktion mit Wasserdampf oder Extrahieren mit Lösungsmitteln  das Öl gewinnen. Die Pressrückstände können noch zu Biogas abgebaut werden und übrig bleibt ein nährstoffreicher Dünger, der auf die Felder ausgebracht werden kann.

Bei den Pflanzenölen handelt es sich um Triglyceride, Fettsäureester des dreiwertigen Alkohols Glycerin. Das Glycerinmolekül wird dabei mit je drei Fettsäuren verestert. Fettsäuren sind langkettige Moleküle mit mindestens 4, meist jedoch 10 – 21 Kohlenstoffatomen. Man unterscheidet gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Der Unterschied liegt in auftretenden Doppelbindungen. Öle mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren neigen zur Polymerisation und damit zur Bildung von wachs- oder kunststoffartigen Verbindungen, die für einen Dieselmotor tödlich sind.

Gesättigte Fettsäuren enthalten keine Mehrfachbindungen und sind teilweise fest.

Pflanzenöle verhalten sich bei der Verbrennung CO2- neutral, d.h. sie geben ganauso viel Kohlendioxid ab, wie bei ihrer Bildung verbraucht wurde. Zudem sind sie sehr schnell abbaubar und daher nicht umweltgefährdent. Bei der Lagerung sollte Luftzutritt und Sonneneinstrahlung verhindert werden, da dies zu einer Zersetzung führt. Pflanzenöle enthalten fast keinen Schwefel und produzieren bei der Verbrennung kein Schwefeldioxid (saurer Regen).

Pflanzenöle lassen sich in modifizierten Dieselmotoren und speziellen Öfen verbrennen. Sie haben eine höhere Viskosität, einen höheren Flammpunkt und eine schlechte Zündwilligkeit und neigen zur Bildung von Ölkohle. Bei der unvollständigen Verbrennung tritt Acrolein auf, ein gesundheitsschädlicher Aldehyd. Darum ist auf eine optimale Verbrennung zu achten.

Fette werden auch von bestimmten Algen produziert und eingelagert, hier scheint noch Forschungspotential vorhanden zu sein, denn man könnte Algen- Farmen in sonnenreichen Gebieten anlegen und so ein pflanzliches Öl gewinnen in Gebieten, die für die Landwirtschaft sonst nicht nutzbar wären.

Pflanzenöle können auch Arbeitsplätze schaffen, da sie regional produziert werden können, die Kaufkraft für Kraftstoff bleibt in der Region.

Pflanzenölerträge:

Pflanze
Ertrag (Liter/ Hektar)
Pflanze
Ertrag (Liter/ Hektar)
Mais
172
Distel
  779
Cashew
176
Reis
  828
Hafer
217
Tungölbaum
  940
Lupine
232
Sonnenblumen
  952
Jute
273
Kakao
1026
Calendula
305
Erdnuss
1059
Baumwolle
325
Mohn
1163
Hanf
363
Raps
1190
Soja
446
Oliven
1212
Kaffee
459
Rizinuß
1413
Lein
478
Pecan Nuss
1791
Haselnuss
482
Jojoba
1818
Wolfsmilch
524
Brechnuss
1892
Kürbis
534
Macademia Nuss
2246
Koriander
536
Paranuss
2392
Senf
572
Avocado
2638
versch. Kreuzblütler
583
Kokos
2689
Sesam
696
Ölpalme
5950

Probleme bei der Verwendung von Pflanzenölen:

Fast alle Pflanzenöle enthalten in ihren Kohlenstoffketten Doppel- oder Dreifachbindungen, diese können sogar mehrfach in einer Kette auftreten.

Die Ketten können aufbrechen und Sauerstoff binden, das Öl wird ranzig!

Durch die mehrfach ungesättigten Verbindungen kann es auch zur Bildung von Polymeren kommen, die eine plastigartige Konsistenz haben und Leitungen, Ventile, Düsen, usw. verstopfen. Eine Sättigung durch Wasserstoff unter Druck und  Zuhilfenahme von Nickel als Katalysator ist möglich aber zu aufwendig (Fetthärtung). Je weniger Mehrfachbindungen vorhanden sind, desto viskoser ist das Öl oder es ist sogar fest. Tierische Fette enthalten nur sehr wenige Mehrfachbindungen (Schmalz).

Die Menge der Mehrfachbindungen beschreibt die Jodzahl eines Öles.

Ermittlung:

100ml eines Öls werden mit einer alkoholischen Jodlösung versetzt bis gerade die schwache Färbung durch das Jod nicht mehr verschwindet. Die Mehrfachbindungen werden durch das Jod aufgebrochen und dieses lagert sich dort an. Die Menge Jod in Gramm, die in 100ml Öl absorbiert werden kann, wird als Jodzahl bezeichnet.

Ein Öl mit einer Jodzahl von unter 25 ist für Langzeitanwendungen geeignet. Öle mit höherer Jodzahl werden durch Polymerisation schnell Probleme bereiten. Diese Doppelbindungen bleiben auch bei einer Veresterung erhalten!!!

Öl- und Ester Charakteristika
Öl
Schmelzbereiche ca. °C
Jodzahl
Cetanzahl
Reines Öl
Methylester
Ethylester
Raps
5
0
-2
100
55
Sonnenblumen
-18
-12
-14
125
52
Oliven
-12
-6
-8
80
60
Soja
-12
-10
-12
125
53
Baumwolle
0
-5
-8
100
55
Mais
-5
-10
-12
115
53
Kokos
23
-9
-6
9
70
Palme
25
-8
-8
15
70
Talk
35
16
12
50
75
Leinsamen
-24
-
-
178
-
Erdnuß
3
-
-
93
-
Rizinuß
-18
-
-
85
-
Tungbaum
-2,5
-
-
168
-

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